Wiedervereinigung

Im Folgenden haben wir Unterrichtsmaterial, Zahlenbilder und Audiomaterial zur Wiedervereinigung für Sie zusammengestellt.


Geschichte Sekundarstufe II

Wiedervereinigung. DDR und BRD 1989/90

Aufbau und inhaltliche Zielsetzung der Unterrichtsreihe
Das Ende der DDR und ihr Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland und damit die Wiedervereinigung wurden von niemandem so recht vorhergesehen. Als es dann soweit war, stellten sich viele Fragen, von denen niemand mehr geglaubt hatte, sie könnten je wieder auf die Agenda der Politik gelangen.
Nach dem Nationalsozialismus war es den Alliierten nicht gelungen, sich über die Zukunft Deutschlands in Europa zu einigen. Das Ende der Anti- Hitler-Koalition und der Beginn des Kalten Krieges hatten die Frage der Zukunft Deutschlands in Europa ungelöst gelassen (M 1.1).
Dies war jedoch nicht die einzige Frage, die dringend einer Lösung bedurfte. Die Diktaturen sowjetischen Typs, die in Osteuropa nach dem Nationalsozialismus entstanden waren, lösten sich auf. Der eiserne Vorhang fiel und ganz Europa bekam seine Chance auf Demokratie.
„Refolutionen“ hat der britische Historiker Timothy Garton Ash die Umbrüche in Osteuropa genannt. Er wollte damit sagen, dass die Veränderungen von zwei Prozessen gleichzeitig gekennzeichnet waren. Die Regime reformierten sich ausgehend von ihrer Spitze, von der Basis der Gesellschaften wurden Forderungen nach revolutionären Veränderungen aufgestellt. Das lässt sich im Fall der DDR gut beobachten. Das SED-Regime wurde zunächst von marginalisierten Gruppen der DDR-Gesellschaft, von jugendlichen Dissidenten („Wir bleiben hier!“) und von jungen DDR-Flüchtlingen („Wir wollen raus!“) an den Rand eines Kollapses gebracht. Außenpolitisch von einer sich wandelnden Sowjetunion und sich demokratisierenden osteuropäischen Nachbarn isoliert, streckte es die Waffen und öffnete die Mauer. Reformen, die auf Druck der inneren Opposition und der Bundesrepublik in die Wege geleitet wurden, liefen ins Leere. Die Bevölkerung der DDR demonstrierte in vielfältiger Weise, dass sie eine schnellstmögliche Beendigung der DDR und eine Vereinigung mit der Bundesrepublik wünschte. Die Sowjetunion unter Gorbatschow stimmte, womit nur wenige Beobachter gerechnet hatten, zu. Im Westen stützten die USA den Kurs der Bundesrepublik Deutschland und stimmten die zunächst sehr skeptischen Regierungen in Frankreich und Großbritannien um.
Der Umbruch in der DDR ist somit vieles zugleich (M 1.2): eine friedliche Revolution (M 1.3), ein Kollaps (M 1.4), eine gescheiterte Reform und letztlich auch eine Vereinigung mit der Bundesrepublik.
Eine „Wiedervereinigung“ ist dies, obwohl dieser Terminus landauf, landab verwendet wird, nicht wirklich. So wie die Bundesrepublik heute territorial, politisch aber auch sozial aufgebaut ist, existierte sie noch nie zuvor.

DDR-Protestbewegungen
Nach dem Mauerbau im August 1961 gab es unter der Decke der SEDDiktatur verschiedene oppositionelle Strömungen. Insgesamt waren Missmut und Kritik weit verbreitet, offene Proteste oder eine weithin sichtbare politische Oppositionsbewegung (wie etwa in Polen, Ungarn oder der Tschechoslowakei) waren jedoch eher selten zu erkennen.
Opposition und Protest unter den Bedingungen eines diktatorischen Sozialismus waren nicht zu vergleichen mit Opposition und Protest unter demokratischen Bedingungen. Für Parteien, Organisationen und Bürgerinitiativen gab es neben der Kommunistischen Partei keine legalisierte Form der Existenz und vor allem auch keine unabhängige Öffentlichkeit.
Alle oppositionellen Strömungen in den Diktaturen sowjetischen Typs suchten daher Formen der gesellschaftlichen Kommunikation, die nicht so einfach zu unterdrücken waren. In dieser Unterrichtseinheit wird dies am Beispiel einer Postkarte (M 2.1) demonstriert, die ein Bürger der Bundesrepublik an einen Freund in der DDR schicken wollte. Geschickt spielt die Karte mit Zitaten und Symbolen, die eigentlich nicht inkriminierbar sind. In diesem Fall erreichte die Karte ihren Empfänger jedoch nicht. Die Zusammenstellung von Bild und Schrift wurde von der Stasi als „staatsfeindlich“ entschlüsselt und die Karte deshalb nicht befördert.
Klar erkennbar waren in der DDR lange vor ihrem Ende zwei deutlich unterschiedene Haltungen in der Kritik am DDR-Regime. Die größere Gruppe der Menschen wollte einfach nur weg. Sie setzte nicht auf eine Reformfähigkeit der DDR. Als sich im Sommer 1989 die Chance eröffnete die DDR via Ungarn, Tschechoslowakei oder Polen zu verlassen, wurde sie auch sogleich von vielen DDR-Bürgern ergriffen.
Die zweite Gruppe im Protest gegen das Regime der DDR war wesentlich kleiner, aber trotzdem klar zu erkennen. Sie setzte sich vor allem aus kleineren Gruppen in und am Rande der evangelischen Kirche der DDR zusammen — wie eben zum Beispiel der Redaktion der Zeitschrift „Umweltblätter“ (M 2.2) —, die den DDR-Sozialismus total umkrempeln wollten, am Ende jedoch nicht unbedingt eine Einheit mit der Bundesrepublik anstrebten.
Beide Strömungen der Kritik trugen erheblich zum Ende der DDR bei. Sie orientierten sich jedoch in völlig verschiedene Richtungen.

In dieser Ausgabe:

✔ Einstiegsmodul: Revolution, Zusammenbruch, Beitritt, Wiedervereinigung?
✔ Grundkurs: Vereinigung
✔ Aufbaumodul: Aufarbeitung
✔ Urteilsmodul: Das Ende der Sonderwege
✔ Folien
✔ Klausurvorschlag

Zum Download:

Kostenloses Arbeitsblatt
Wiedervereinigung. DDR und BRD 1989/90

Das gesamte Unterrichtsmaterial
Wiedervereinigung. DDR und BRD 1989/90


Deutsch Sekundarstufe II

DDR-Literatur: Fakten, Fiktion und Erinnerung

Aufbau und Inhalt der Unterrichtsreihe
Die Unterrichtsreihe „Fakten, Fiktion und Erinnerung“ setzt sich mit der Rezeption von DDR-Wirklichkeit in der Gegenwartsliteratur des 21. Jahrhunderts auseinander und bietet den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit, sich innerhalb dieses Themenfeldes mit der literarischen Verarbeitung von politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten der DDR vertiefend zu beschäftigen. Reflektiert werden dabei besonders die Darstellungen von Arbeits- und Privatverhältnissen, die Beziehungen der Menschen zueinander und des Einzelnen zu sich selbst. Es steht weniger die Transformationserfahrung, also das Erleben der Nachwendezeit im Vordergrund, als vielmehr das erinnerte, recherchierte und nachträglich bearbeitete Bild von DDR-Wirklichkeit in den Texten jüngerer Autoren und Autorinnen ab Ende der 90er-Jahre.
Der literarische Rückgriff auf DDR-Wirklichkeit als Handlungsfeld für Figuren und Geschichten changiert dabei zwischen Fakten, Fiktion und Erinnerung. Das reicht vom anekdotenhaften, ausschnittartigen Erinnern an DDR-Kindheit (Jana Hensel, Jakob Hein) über die Inszenierung der DDR als Handlungsfeld grotesker Geschichten, die Realismus und parabelhaftes Erzählen vermischen (Thomas Brussig, Annett Gröschner, Ingo Schulze). Es gibt die dokumentarische Intention, „Vergangenheit realitätsgerecht zu verwahren und aufzuarbeiten“ (Uwe Tellkamp) und die Befragung von Erinnerung (Jenny Erpenbeck) bzw. das Loslassen von dokumentarischer Darstellung hin zu einem Konjunktiv der Erzählung (Peggy Mädler), „in dem nicht die archivierende Erinnerung dominiert, sondern die erinnernde Fiktion“ und somit auch der hohe Anteil „an Spekulation, an Fabulierung, an Fiktion beim Erzählen nicht erlebter Historie“ sichtbar wird. (Zitate: Ursula März, ZEIT 28.7.2011)
Die drei Kategorien „Fakten, Fiktion und Erinnerung“ werden in vier Kapiteln aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet: Das Kapitel „Vorher, Mittendrin, Nachher“ führt vorbereitend in den historischen Kontext ein und diskutiert verschiedene Erzählperspektiven; im Kapitel „Bilder des DDR-Alltags“ werden DDR-spezifische Alltagsbegebenheiten in „dokumentarischer“ Form (Tellkamp), in „poetischer“ Form (Erpenbeck) und in Form des Satirischen (Brussig) vorgestellt; in „Bilder des Umbruchs“ wird aus der Perspektive der unmittelbaren „Wendezeit“ das „faktische“ Erzählen (Schulze) dem „fiktiven“ Erzählen (Gröschner) gegenübergestellt und in „Bilder der Erinnerung“ steht ein „sich nachträglich erinnerndes Ich“ im Vordergrund der Erzählung. Damit einher geht auch die Frage nach der Notwendigkeit (Hensel), aber auch der Glaubwürdigkeit subjektiver Erinnerung (Mädler).
Im Verlauf der Unterrichtsreihe lernen die Schüler und Schülerinnen unter schiedliche Perspektiven, Funktionen und Absichten erzählender Literatur in Auseinandersetzung mit historischer Wirklichkeit kennen und werden dazu befähigt, sie in ihrer Wirkung beurteilen zu können. Abschließend und unter Anwendung der vorherigen Arbeitsergebnisse wird eine These der Literaturkritikerin Ursula März diskutiert: „Je weniger die Literatur sich der empirischen Zeugenschaft verpflichtet fühlt, desto näher scheint sie ihr zu kommen.“

In dieser Ausgabe:

✔ Vorher, Mittendrin, Nachher – literarische Zeit und Erzählperspektiven
✔ Bilder des DDR-Alltags|Bilder des Umbruchs
✔ Bilder der Erinnerung
✔ Das Thema “Erinnerungen an die DDR” – multimedial aufbereitet

Zum Download:

Kostenloses Arbeitsblatt
DDR-Literatur: Fakten, Fiktion und Erinnerung

Das gesamte Unterrichtsmaterial
DDR-Literatur: Fakten, Fiktion und Erinnerung


Beim Bergmoser und Höller Verlag finden Sie unter buhv.de ein breit gefächertes Angebot an Unterrichtsmaterial, Arbeitsblättern und Kopiervorlagen.

Infografiken – Wiedervereinigung

Sekundarstufe I und II

Schrittweise. Der Aufholprozess Ostdeutschlands

Mit dem politischen Umbruch in der DDR 1989/90 kam auch das Ende der zentral gelenkten sozialistischen Planwirtschaft im Osten Deutschlands. Noch vor dem Mauerfall, im Oktober 1989, hatte eine dem Politbüro vorgelegte Bestandsaufnahme die desolate Lage der DDR-Wirtschaft eingestanden. Die Einführung der harten D-Mark am 1.7.1990 versetzte ihr den letzten Stoß. An der grundlegenden Erneuerung der Wirtschaft im Osten führte daher kein Weg vorbei. Die Basis für den Neubeginn wurde in den Jahren 1990 bis 1994 mit der Entflechtung, Sanierung und Privatisierung der ehemals „volkseigenen“ Betriebe durch die Treuhandanstalt gelegt. Parallel dazu investierten Bund und Post…

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Infografik – Schrittweise. Der Aufholprozess Ostdeutschlands


Sekundarstufe I und II

Die Volkskammerwahlen in der DDR am 18. März 1990

Wenige Monate, nachdem das SED-Regime vor den demonstrierenden Volksmassen kapituliert hatte, fand in der DDR die erste freie Parlamentswahl statt. Die noch amtierende Volkskammer, die nur der Form nach das höchste Organ im Staatsgefüge der DDR gewesen war, ebnete mit den notwendigen Verfassungsänderungen ­ vor allem mit der Aufhebung der Führungsrolle der SED ­ und mit der Verabschiedung eines neuen Wahlgesetzes den Weg zur Wahl eines demokratisch legitimierten Parlaments. Um der Umbruchsituation des Landes gerecht zu werden und den sich vielfach erst neu formierenden politischen Parteien und Gruppierungen eine Chance zur Mitgestaltung der politischen Zukunft der DDR…

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Infografik – Volkskammerwahlen in der DDR


Sekundarstufe I und II

Der 2+4 Vertrag

Knapp ein Jahr lag zwischen den großen Demonstrationen vom Herbst 1989, die das SED-Regime in der DDR zu Fall brachten, und der Vereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990. Für den so unerwartet raschen Abschluss des Einigungsprozesses war entscheidend, dass auch auf internationaler Ebene innerhalb weniger Monate die notwendigen Weichenstellungen getroffen wurden. Eine herausragende Rolle spielten dabei die sogenannten 2+ 4-Gespräche, in denen sich die beiden deutschen Staaten mit den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs über die außenpolitischen Rahmenbedingungen der deutschen Einigung verständigten. Als Ergebnis der Verhandlungen, an denen zeitweise auch Polen…

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Infografik – 2+4-Vertrag


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