Der große Dichter: Ist Goethe heute noch modern?

Er ist wohl der bekannteste deutsche Dichter: Johann Wolfgang von Goethe. Auch weit über hundert Jahre nach seinem Wirken, ist er aus den Lehrplänen kaum wegzudenken. Aufgrund des hohen Alters haben Klassiker wie „Faust“, „Die Leiden des jungen Werther“ und „Iphigenie auf Tauris“ ein eher eingestaubtes Image. Schülerinnen und Schüler rollen schon mit den Augen, wenn sie nur die Titel hören. Zurecht? Auf keinen Fall!


Auch wenn zwischen heute und den Veröffentlichungen der Werke schon fast zwei Jahrhunderte liegen, lässt sich der Inhalt gut in die moderne Zeit übertragen. Die passenden Unterrichtsmaterialien stellen wir Ihnen in diesem Beitrag vor.


Unterrichtsmaterial rund um die Werke von Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang Goethe  „Faust. Der Tragödie Erster Teil“

Zum Inhalt:

Während die Schülerinnen und Schüler in der Regel zum ersten Mal mit Goethes „Faust“ in Berührung kommen oder ihn zumindest erstmals sehr genau lesen, ist es für Sie als Lehrerin oder Lehrer eine (zum Teil mehrfach) wiederholte Lektüre. Diese aber bietet vor allem die Chance zu Neuentdeckungen. Denn „Faust“ ist kein musealer Klassiker, sondern ein lebendig rezipiertes und gedeutetes Werk, woraus sich für die schulische Beschäftigung viele aktuelle Impulse ergeben können. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die komplexe Wette zwischen Faust und Mephisto, die den dramaturgischen Dreh- und Angelpunkt des Dramas darstellt.






Goethes Faust: Inszenierung und filmische Umsetzung

Zum Inhalt:

Mithilfe der vorgestellten Unterrichtsmaterialien setzen die Schülerinnen und Schüler ihre Beschäftigung mit dem Drama fort, indem sie sich auf einen Besuch einer Theaterinszenierung vorbereiten. Anschließend vertiefen sie ihre Einsichten zu filmischen Umsetzungen (Murnau, Gründgens und Sokurov), um abschließend einen Vergleich zwischen den beiden Medien Theater und Film zu erschließen.






Johann Wolfgang von Goethe „Faust. Der Tragödie erster und zweiter Teil“

Zum Inhalt:

Nach über 60 Jahren vollendet Johann Wolfgang von Goethe 1831 den zweiten Teil seines Fausts. In seinem Tagebuch notiert er am 22. Juli 1831: „Das Hauptgeschäft zu Stande gebracht.“ Welche Bedeutung seine Tragödie in seinem Leben eingenommen hat und wie sehr er an ihrer Fertigstellung interessiert gewesen ist, veranschaulicht eine Gesprächsnotiz seines Sekretärs und Beraters Johann Peter Eckermann: „Mein ferneres Leben sagt er (Goethe), kann ich nunmehr als ein reines Geschenk ansehen, und es ist jetzt im Grunde ganz einerlei, ob und was ich noch etwa tue.“

Anhand dieser Unterrichtsmaterialien nähern sich über die Entstehungsgeschichte an Goethes Faust.

Der „Faust-Stoff“ in der deutschen Dichtung

Zum Inhalt:

Dass es den historischen Faust gegeben hat, steht außer Zweifel. In der Beurteilung seines Wirkens und seiner Tätigkeiten gehen die Meinungen der Historiker, der Literatur- und Politikwissenschaftler sowie der vielen anderen Personen, die sich mit dem Phänomen „Faust“ beschäftigt haben und sich nach wie vor mit ihm auseinandersetzen, weit auseinander.

In dieser Unterrichtseinheit beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler, wie der historische Faust zum „Nationalmythos“ werden konnte. Gleichzeitig soll das Interesse der Lerngruppe geweckt werden, sich mit dem Phänomen „Faust“ auseinanderzusetzen.

Johann Wolfgang von Goethe: „Iphigenie auf Tauris“

Zum Inhalt:

Bei der Beschäftigung mit der Sekundärliteratur zu Goethes „Iphigenie auf Tauris“ treffen die Leserinnen und Leser zumeist auf Formulierungen, die zahlreiche Superlative enthalten oder das Schauspiel in den höchsten Tönen loben. Im Zentrum der vorgestellten Unterrichtsreihe steht die thematische und strukturelle Erschließung des Dramas unter verschieden Gesichtspunkten: Analyse der Exposition, der Struktur, der Figurenkonzepte sowie der Dialoge bzw. Monologe des Schauspiels.

Johann Wolfgang von Goethe: „Die Leiden des jungen Werther“

Zum Inhalt:

Warum sollten heutige Jugendliche sich für ‚Die Leiden des jungen Werther‘ interessieren?“ Es gab Zeiten, da hätten Lehrer/-innen (sich) diese Frage wahrscheinlich gar nicht gestellt, aber wenn man sie stellt, muss man daraus auch Entscheidungen für den Unterricht ableiten. Das gilt nicht nur für die Aspekte, die thematisiert werden, sondern auch für die, auf die verzichtet wird. Dabei ist es generell nicht möglich, im Rahmen einer realistisch zu planenden Unterrichtseinheit alle denkbaren Aspekte zu thematisieren.