Die arabische Welt

Die arabische Welt ist aktuell ein wichtiges Thema. Entdecken Sie Material für Unterrichtseinheiten und Infografiken zum Arabischen Frühling.


Politik Sekundarstufe II

Die arabische Welt

Als sich der tunesische Gemüsehändler Mohamed Bouazizi in seiner Verzweiflung öffentlich verbrannte, rechnete niemand damit, dass dieses Schicksal eines Einzelnen den gesamten arabischen Raum verändern würde. Die lang aufgestaute Unzufriedenheit brach aus den Menschen heraus und führte zu den größten Protesten, die die arabischen Länder je erlebt hatten. Es entlud sich auf einmal die ganze Unzufriedenheit über die wirtschaftliche und politische Situation. Die Menschen ärgerten sich über soziale Missstände, die Gier der Herrschenden, die hohe Arbeitslosigkeit und die mangelnde Mitbestimmung in ihren Ländern. In Tunesien führten diese Proteste rasch zum Sturz des verhassten Präsidenten Ben Ali, der nach Saudi-Arabien flüchtete. Die Jasmin-Revolution — Jasmin ist die Nationalblume Tunesiens — ermutigte Menschen in den anderen arabischen Staaten, für ihre Rechte aufzustehen. Auch in Ägypten kam es zu Massenprotesten, die schlussendlich zum Rücktritt des Präsidenten Mubarak und zu Neuwahlen führten. Im weiteren Verlauf des Arabischen Frühlings kam es zu massiven Aufständen in Libyen, die allerdings auf den erbitterten Widerstand der staatlichen Sicherheitskräfte stießen und zu einem gewaltsamen und grausamen Bürgerkrieg führten. Auch in Syrien wurden die Proteste und Demonstrationen der Regimegegner mit brutaler Gewalt beantwortet und es begann ein bis heute nicht endender Bürgerkrieg, der bereits sehr vielen Menschen das Leben gekostet hat. Die Situation, die sich heute zeigt, ist extrem unübersichtlich. In Tunesien ist es gelungen, den Übergang zu einer neuen Regierung ohne Blutvergießen zu gestalten. Das scheint aber auf den ersten Blick auch der einzige Erfolg des Arabischen Frühlings zu sein. Der Blick auf die anderen Länder ist doch sehr ernüchternd. Lang anhaltende Kämpfe wüten bis heute in weiten Teilen Syriens und Libyen ist dabei, in der Anarchie zu versinken. Stammeskriege sind wieder ausgebrochen, konkurrierende Clans bekämpfen sich und islamische Extremisten verbreiten ihr brutales archaisches Regime über weite Teile des Nahen Ostens. Was als Kampf um mehr politische und ökonomische Rechte begann, erweist sich heute häufig als nackter Kampf ums Überleben. Auch in Ägypten ist die anfängliche Aufbruchsstimmung verflogen. Nachdem die freien Wahlen den Muslimbruder Mohammed Mursi ins Amt des Präsidenten gebracht hatten, versank das Land in lang anhaltende Auseinandersetzungen und brutale Konflikte. Ein Militärputsch und die Wahl des ehemaligen Oberkommandierenden der Streitkräfte Abd al-Fattah as-Sisi zum Präsidenten haben den Demokratisierungsprozess auch in Ägypten jäh beendet. Lange wurden die Aufstände des Arabischen Frühlings in den westlichen Demokratien begrüßt und als Weg zu Selbstbestimmung und Demokratie gesehen. Als in Libyen die Situation eskalierte, intervenierten einige arabische Länder und NATO-Staaten aufgrund des humanitären Völkerrechts, um die Menschenrechte zu schützen und die Selbstbestimmung des libyschen Volkes zu unterstützen. Die internationale Staatengemeinschaft hat mit der humanitären Intervention in Libyen leider wenig erreicht. Zwar konnte der blutige Bürgerkrieg zwischen der alten Garde um Gaddafi beendet werden, aber es gelang auch hier nicht, Staat und Gesellschaft zu demokratisieren. Die Wahrnehmung des Arabischen Frühlings hat sich stark verändert. Ging es anfangs um Selbstbestimmung und Demokratie, also um einen Herrschaftskonflikt, ist die Situation…

Diese Ausgabe beinhaltet:

✔ Der Arabische Frühling: Der Kampf um mehr Rechte
✔ Vom Freiheitskampf zum Bürgerkrieg: Staatszerfall und die Folgen
✔ Soll sich Deutschland international stärker engagieren?!
✔ Kontrovers diskutiert: Was bleibt vom Arabischen Frühling?

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Kostenloses Arbeitsblatt
Die arabische Welt

Das gesamte Unterrichtsmaterial
Die arabische Welt


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Infografiken – Die arabische Welt

Das politische System Saudi-Arabiens

Am Anfang der saudischen Staatsbildung steht das Bündnis des islamischen Predigers Muhammad Ibn Abd al-Wahhab mit dem beduinischen Emir Muhammad Ibn Saud im Jahr 1744. Es markiert den Beginn einer bis heute bestehenden Allianz zwischen der wahhabitischen Geistlichkeit und der saudischen Herrscherdynastie, die religiöse Autorität mit Stammestradition verbindet. Ein Schaubild des politischen Systems Saudi-Arabiens.

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Infografik – Das politisches System Saudi-Arabiens


Der Arabische Frühling

Am Ende des Jahres 2011 hatten massenhafte Proteste in Tunesien und Ägypten die langjährigen Präsidenten aus der Macht gedrängt, war der libysche Diktator Gaddafi gestürzt und befand sich Syrien am Rande des Bürgerkriegs. Auch in anderen arabischen Staaten brodelte es. Die Proteste wurden im Wesentlichen von der Jugend getragen, die in den arabischen Ländern über ein Drittel der Bevölkerung ausmacht.

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Infografik – Der Arabische Frühling


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