Deutsch – Epochen (Sekundarstufe I)

Im Folgenden haben wir Unterrichtsmaterial zu der Epoche „Sturm und Drang, sowie zu der Epoche „Aufklärung“ zusammengestellt.


Deutsch Sekundarstufe I

Sturm und Drang

Thematik
Nein, sie waren keine „Uralt-’68er“ und haben auch die soziale und politische Situation im ausklingenden 18. Jahrhunderts nicht nachhaltig verändert. Was da in Straßburg um 1770 begann, war in erster Linie ein ästhetisches Aufbegehren gegen die strenge Poetik der Alten und gegen die aristotelischen Spielregeln auf verstaubten Bühnenbrettern. Während die normative Poetik der Vergangenheit die Religion zur Richtschnur gelingenden literarischen Schaffens gemacht hatte, kann sich nun allein die autonome Persönlichkeit des Autors im Werk verwirklichen. Der Sturm und Drang verstand sich dabei weder als Verschwörung noch als „Fundamentalopposition“ gegen die vernünftelnde Aufklärung. Die jungen Autoren wollten vielmehr Kopf und Herz benutzen, wollten die faden Ratio-Rezepte der Affektdämpfer mit einer scharfen Prise Spontaneität, Leidenschaft und Regellosigkeit würzen.

Methodik
Damit das Klassenzimmer tatsächlich zum literarischen Resonanzraum für den Sturm und Drang werden kann, sollten viele Werke rezitiert und die Dialoge mit verteilten Rollen inszeniert werden. Mit der Methode des „Blind Date“ präsentiert das Material einen Einstieg, der zur Differenzierung genutzt werden kann: Drei mögliche Lernstationen laden dazu ein, sich entweder mit Jakob Lenz, Johann Wolfgang von Goethe oder den gesellschaftskritischen Texten intensiv zu befassen. Jeder Station kann außerdem eine „Recherchegruppe“ zugeordnet werden, die sich um die Zusammenstellung von Hintergrundmaterial und von weiteren Texten der Autoren bemüht, sodass insgesamt sechs Gruppen im Klassen- oder Kursverband selbstständig arbeiten.

Zielvorstellungen
Der Kompetenzerwerb der 9. Klassen und 10. Klassen (bzw. der EF) kann bei der Auseinandersetzung mit der Epoche des Sturm und Drang in diesen Bereichen gefördert werden: Strategien und Techniken des Leseverstehens werden an Sachtexten und an literarischen Texten eingeübt; Gedichte werden ebenso wie Dramenauszüge mit Bezug auf gattungs- und epochenspezifische Merkmale interpretiert; sprachlich-stilistische Mittel in schriftlichen und mündlichen Texten können im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Textaussage erläutert und beurteilt werden; die Werke werden in literarhistorische Kontexte eingeordnet.

Die Schüler/-innen sollen die Auseinandersetzung mit den Zeugnissen der Literatur des Sturm und Drang als persönlich bereichernd erfahren. Sie sollen sich den Werken und den Biografien der Autoren mit Aufmerksamkeit, Empathie und Interesse zuwenden.

Diese Ausgabe beinhaltet:

✔ Einführung
✔ „Jakob“ alias Jakob Michael Reinhold Lenz
✔ Unterdrückung und Ausbeutung
✔ „Wolfgang“ alias Johann Wolfgang von Goethe
✔ Zwei Dichter, eine Pfarrerstochter, zwei Anfragen

Zum Download:

Inhaltsangabe
“Sturm und Drang”

Das gesamte Unterrichtsmaterial
“Sturm und Drang”


Deutsch Sekundarstufe I

Aufklärung – Facetten einer Epoche

Thematik
In einer als „postfaktisch“ bezeichneten Zeit spielen die Begriffe „Aufklärung“ und „Vernunft“ eine wichtige Rolle – in den meisten Fällen jedoch als Negativfolie für aktuelle Entwicklungen: Vom „Ende der Aufklärung“ ist in der Wochenzeitung „Die Zeit“ an Tag 1 nach dem Erfolg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen in Form einer Schlagzeile zu lesen.

Herkömmliche Gewissheiten, die der vernunftbegabte Mensch aus seiner geflissentlichen Verwendung des Verstandes – so der Gewährsmann zum Thema, Immanuel Kant – ableiten könne, sind zu Beginn des 21. Jahrhunderts für einen zunehmend größeren Teil der Bevölkerung nicht mehr konsensfähig, das Abwägen von Richtig und Falsch, auch auf ethischer Ebene, wirkt oft beliebig. Gerade die Kant-Prämisse, „dass der ‚öffentliche Gebrauch der Vernunft‘ in Rede und Schrift durch die Leistungskraft rationaler Reflexion vorbildhaft wirken könne“ (so Peter-André Alt in seinem Lehrbuch zur Aufklärung), bleibt bloßes Wunschdenken, wenn sich Vertreter der „Lügenpresse“ und patriotische, organisierte Angstbürger zankend in TV-Gesprächsrunden gegenübersitzen.

Aber Aufklärung – auch das eine Annahme Kants, vielleicht die wichtigste – funktioniere immer nur als Prozess, und das, was der einen Generation nütze (oder schade), müsse der nächsten nicht schädlich (oder zuträglich) sein. Außerdem haben kritische Stimmen schon weit vor den Kommentatoren der US-Präsidentschaftswahl 2016 von der Kehrseite der Aufklärung und ihrer „Dialektik“ gesprochen, und zwar nicht erst im 20. Jahrhundert.

Kompetenzorientierte Zielvorstellungen
Die Schülerinnen und Schüler

✔ lernen Grundlagen der Epoche der Aufklärung kennen, um sich in der Literaturgeschichte orientieren und Abgrenzungen vornehmen zu können,
✔ üben die Erschließungskriterien für eine Gedichtinterpretation ein, damit etwa am Beispiel eines Lehrgedichts der Frühaufklärung Deutungen vorgenommen werden können,
✔ erhalten über die Erarbeitung des Begriffs und des Gedankengebäudes der „Physikotheologie“ einen Eindruck davon, welche wissensgeschichtlichen und theologischen Gegebenheiten der Aufklärung zugrunde liegen,
✔ werden sich der Tragweite von grundsätzlichen Denkmustern der Epoche (Toleranz, Philanthropie) bewusst, um diese auch aktuellen politischen, religiösen und gesellschaftlichen Tendenzen gegenüberstellen zu können.

Diese Ausgabe beinhaltet:

✔ Voraussetzungen und Grundlagen
✔ Lehrdichtung und Frühaufklärung
✔ Parabolisches und Weltmännisches
✔ Wo bleibt das Individuum?
✔ Aufklärung über die Zeit hinweg betrachtet
✔ Wochenplan, Tafelbilder und Folien
✔ Unterrichtsverlauf

Zum Download:

Inhaltsangabe
Aufklärung – Facetten einer Epoche

Das gesamte Unterrichtsmaterial
Aufklärung – Facetten einer Epoche


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